Leider musste Dagmar Fink den Vortrag „Miss_verständnisse im Kino: Queere Weiblichkeiten zwischen Maskerade, Camp und Parodie“ gesundheitsbedingt kurzfristig absagen. Glücklicherweise konnten wir schnell Ersatz finden. Dr. Heinz-Jürgen Voß hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, den Termin zu übernehmen und einen Vortrag mit dem Titel „Intersex – nach der parteiischen Stellungnahme des Deutschen Ethikrates ‚Intersexualität‘ ist weiteres Streiten notwendig“ zu halten.
Die Veranstaltung findet um 19.00 in der Alten UB (Bismarckstraße 37) statt. Für den Vortrag stehen zwei Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung, die simultan in die deutsche Gebärdensprache übersetzen. Das Vortragsgebäude ist rollstuhlgerecht.
Aus dem Ankündigungstext:
„Oft werden bei der Diagnose «Intersex» im Säuglings- und frühen Kindesalter operative und hormonelle Eingriffe vorgenommen, um ein möglichst eindeutiges Erscheinungsbild der Genitalien zu erreichen. Von den Interessensvertretungen der Intersexe werden diese Eingriffe als gewaltsam und traumatisierend beschrieben. Neue wissenschaftliche Ergebnisse zeigen ebenfalls massive Probleme der Behandlungen auf – der Deutsche Ethikrat berücksichtigte sie nicht für seine Anfang 2012 veröffentlichte Stellungnahme zum Umgang mit Intersexualität.
In dem Input werden kurz die neueren Ergebnisse aus den Jahren 2010 und 2011 zu den Ergebnissen der medizinischen Behandlungen und der Behandlungszufriedenheit vorgestellt. Angeschlossen werden sehr grundlegende Ausführungen, in denen die verbreitete Sicht kritisiert wird, Intersex als „Störung“ oder „Abweichung“ zu beschreiben. Stattdessen wird auf der Grundlage der aktuellen biologischen Theorien zur Geschlechtsentwicklung gezeigt, dass es sich bei Geschlechtsentwicklung um einen Prozess handelt, dessen Ergebnis offen ist. Es wird herausgearbeitet, dass die aktuellen biologischen Theorien in eine Richtung weisen, Individualität und Vielgestaltigkeit des Geschlechts anzuerkennen.“
Heinz-Jürgen Voß (Dipl. Biol., Dr. phil.) studierte an der Technischen Universität Dresden und der Universität Leipzig Diplom-Biologie (Abschluss 2004) und setze mit Studien in Philosophie, Geschlechterforschung und Sozialpolitik an der Universität Göttingen fort. Voß promovierte sich 2010 zur gesellschaftlichen Herstellung biologischer Geschlechtertheorien an der Universität Bremen. Die Dissertationsschrift „Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive“ (Transcript, Bielefeld) wurde 2011 mit der Übersetzungsförderung „Geisteswissenschaften international“ ausgezeichnet. Forschungsschwerpunkte sind: Geschichte und Ethik der Medizin und Biologie, der Queer Theorie und Diversity-Studien.
Veröffentlichungen: Intersexualität – Intersex: Eine Intervention (Münster 2012: Unrast; im Druck), Geschlecht: Wider die Natürlichkeit (Stuttgart 2011: Schmetterling), Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive (Bielefeld 2010: Transcript).
Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik.
Das nächste Orga-Treffen findet am 22.05. um 19.30 im Gartenhaus ( http://schwulenreferat.blogsport.de/kontakt/ ) statt. Wir werden auf der Terrasse grillen und Ideen für Referent_innen für das nächste Semester sammeln. Wer Lust hat, vorbeizukommen, ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns!
Dr. Constance Ohms wird am 07.Mai einen Vortrag mit dem Titel „Das Fremde in mir – Gewalt in homosexuellen Beziehungen“ halten. Die Veranstaltung findet um 19.00 in der Alten UB (Bismarckstraße 37) im Hörsaal AUB 1 statt. Für den Vortrag stehen zwei Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung, die bei Bedarf simultan in die deutsche Gebärdensprache übersetzen. Das Vortragsgebäude ist rollstuhlgerecht.
In dem Vortrag geht Constance Ohms folgenden Fragen nach:
Gibt es überhaupt Gewalt in gleichgeschlechtlichen und trans* Beziehungen ?
* Wenn ja, warum wird darüber nicht gesprochen?
* Wenn ja, greifen die üblichen Erklärungsmuster von der Geschlechtsspezifik der Gewalt?
* Wenn ja, wie unterscheidet sich die Gewalt gegenüber heterosexuellen Paaren?
* Wenn ja, welche Anforderungen an Unterstützungssysteme stellen sich?
Zu Beginn und zum Abschluss des Vortrags wird jeweils ein Kurzfilm zu der Thematik gezeigt.
Dr. Constance Ohms leitet ein Forschungsinstitut des gemeinnützigen Vereins Broken Rainbow e.V. in Frankfurt am Main. Broken Rainbow e.V. wurde im Oktober 2002 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Schwerpunkte des Vereins sind Gewaltprävention und Antidiskriminierungspolitik und –arbeit. Broken Rainbow vertritt auf nationaler und internationaler Ebene die Interessen lesbischer Frauen. Das internationale sozialwissenschaftliche Forschungsprojekt in Frankfurt befasst sich mit Hasskriminalität, d.h. Gewalt gegen lesbisch lebende Frauen, und der Gewalt in lesbischen Partnerinnenschaften.
1993 publizierte Constance Ohms den Band „Mehr als das Herz gebrochen. Gewalt in lesbischen Beziehungen“. Es folgten zahlreiche weitere Veröffentlichungen zu dem Thema, zuletzt 2008 die soziologische Studie „Das Fremde in mir: Gewaltdynamiken in Liebesbeziehungen zwischen Frauen. Soziologische Perspektiven auf ein Tabuthema“.
Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik.
Das nächste Treffen des AK Queere Ringvorlesung findet am 02.Mai um 16.00 im Gartenhaus statt.
Alle Menschen, die vorbeikommen und mitwirken wollen, sind herzlich eingeladen! Hier der Weg zum Gartenhaus: http://schwulenreferat.blogsport.de/kontakt/
Wir laden Euch herzlich zum ersten Vortrag der queeren Ringvorlesung im Sommersemester 2012 ein. María do Mar hält einen Vortrag mit dem Titel „Postkolonialismus und sexuelle Identität“. Die Veranstaltung findet am 23.04. um 19.oo Uhr in der Alten UB (AUB1, Bismarckstraße 37) statt. Der Veranstaltungsort ist rollstuhl gerecht.
Gebärdensprachdolmetscher_innen stehen zur Verfügung.
María do Mar Castro Varela ist Diplom-Psychologin und –Pädagogin sowie promovierte Politologin. Sie forscht
zu ‚Postkolonialer Theorie’, ‚Konsequenzen historischer Gewalt’, ‚Holocaust Studies and
Postcolonial Theorie’ sowie ‚Migration, Kultur und Sprache’.
Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik.
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