Im Wintersemester 2011/2012 wird erstmals in der Geschichte der JLU Gießen eine queere Ringvorlesung stattfinden, die sich kritisch mit verschiedenen sexuellen Identitäten auseinander setzen wird.

Ab dem 24.10.2011 finden alle zwei Wochen immer montags um 19 Uhr, im Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstraße 34) in Gießen, Vorträge zu queeren Themen statt (Abweichend: Einführungsveranstaltung am 24.10.2011 um 19.45. Vortrag ab 20 Uhr). Die öffentlichen und kostenlosen Veranstaltungen beschäftigen sich kritisch mit sexuellen Identitäten. Hierbei werden neben schwulen und lesbischen Themen, auch Themen wie Macht und Feminismus, am Beispiel BDSM, gendergerechte Sprache und Gender in der Häuserkampfbewegung thematisiert. Veranstaltet wird die Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Ringvorlesung von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik. Der Arbeitskreis hat es sich zur Aufgabe gemacht queere Thematiken als Teil des Studiums ein größeres Augenmerk zu schenken, solange es noch keinen eigenen Studiengang der Queer Studies gibt.

„Wir wollen unterschiedliche queere Themen behandeln und den Studierenden eine Möglichkeit geben so ausserfachliche Kompetenzen zu erlangen, für die im Studium oft keine Zeit bleibt. Dies ist auch ein Grund, warum sich die Studierenden zum einen den Besuch der Ringvorlesung und des begeleitenden Seminars für ihr Studium anrechnen lassen können und wir die Vorträge filmen und kostenlos im Internet zur Verfügung stellen werden,“ so Mara Otterbein, welche_r für das Autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat an der Organisation der Ringvorlesung teilnimmt.
Um die Ringvorlesung stattfinden lassen zu können, wurde erfolgreich ein sogenannter QSL-Z-Antrag (Qualität der Studienbedingungen und der Lehre – Zentrale Mittel) gestellt.

„Für einen barrierefreien Zugang zur queeren Ringvorlesung, wurden bereits im QSL-Z-Antrag selbst Mittel für Gebärdensprachdolmetscher_innen berücksichtig.“ erklärt Michaela Müller, die für das queer-feministische Frauenreferat im Arbeitskreis mitwirkt. Da die Vorträge jeweils im Margarete-Bieber-Saal stattfinden werden, ist jedoch keine vollständige Barrierefreiheit gegeben, da ein Treppenabsatz am Eingang und mehrere Stufen im Saal vorhanden sind.

Die Ringvorlesung wird im Sommersemester 2012 fortgesetzt werden, weshalb die Gruppe für die Barrieren in Zukunft eine Lösung finden will. Sie bittet jedoch Personen, die Gebärdensprachdolmetscher_innen benötigen, ihr frühzeitig (ca. 14 Tage vor der Veranstaltung) dies per E-Mail unter kontakt@queere-ringvorlesung.de mitzuteilen. Personen, die durch andere Umstände der Ringvorlesung behindert werden, sollen sich jedoch nicht abgeschreckt fühlen, sondern dem Arbeitskreis ihre Bedürfnisse mitteilen, damit dieser so schnell wie möglich für eine umfassendere Barrierefreiheit sorgen kann.

Auf der Webseite www.queere-ringvorlesung.de werden in regelmäßigen Abständen Mitschnitte und umfangreiche Ankündigungen zu den Vorträge unter verschiedenen „Creative Commons“-Lizenzen“ veröffentlicht werden.